Bali


Bali - Geschichte
Die ersten Einwanderer auf der Insel Bali waren Südinder. Sie gelangten ca. 1500 vor Christi Geburt nach Bali. Noch aus dieser Zeit stammt das System der Banjar, der Dorfgemeinschaft.
Es ist schriftlich belegt, daß man auf Bali bereits 900 v. Chr. das komplizierte Bewässerungssystem für den Nass-Reisanbau beherrschte.
Der Hinduismus wird um Christi Geburt auf friedlichem Wege von handelstreibenden Indern von Indien nach Java importiert. Einzelne Brahmanen wandern bis zur Nachbarinsel Bali und bringen ihre Religion auf die Insel.
Urkundlich belegt ist die erste balinesische Königsdynastie im Jahre 991.
Durch Heirat des damaligen balinesischen Königs mit einer javanesischen Prinzessin gelagte Bali bis ins 13. Jahrhundert mal mehr, mal weniger in die kulturelle wie auch wirtschaftliche Abhängigkeit Javas.
Im 12. Jahrhundert erlangte Bali für kurze Zeit die Unabhängigkeit, es entstand die Pejeng-Dynastie, die bis 1343 bestand.
Im 14. Jahrhundert hatte die Majapahit-Dynastie von Java aus die Regierung über ein Territorium übernommen, das in etwa den heutigen Staatsgrenzen der Republik Indonesien entspricht.
Der Islam hielt im 15. Jahrhundert Einzug über Sumatra nach Java und so zerfiel das einst mächtige Majapahit-Reich. Bali wurde zum letzten Rückzugsgebiet des Hinduismus.
1478 brachte sich der letzte Majapahit-König um und sein Sohn floh mit der gesamten Oberschicht Javas nach Bali. An der Südküste Balis in Gelgel siedelte sich dieser an und erklärte sich zum König Balis. So entstand die Gelgel-Dynastie. Der König nannte sich Dewa Agung (Dewa = Gott / Agung = der heilige Berg Balis) und teilte die Insel unter Verwandte und Generäle auf.
Der Sitz des Dewa Agung wurde später nach Klungkung verlegt, hier erblühten Kunst und Kultur.
Die einzelnen Provinzen Balis begangen sich nach und nach zu verselbständigen und aus der Unterordnung zu entfliehen. Die Herrscher der einzelnen Machtgebiete nannten sich Rajas und ihre jeweiligen Territorien wurden eigenständige Königreiche.
Die Gelgel-Dynastie mit dem Dewa Agung als Vorsitzender der Königsversammlung, blieb rund 400 Jahre bestehen, bis die Holl diesem Geschlecht ein Ende setzten.
Seit dem 16. Jahrhundert hat Indonesien Kontakt mit dem europäischen Ausland. Es kamen Portugiesen und Spanier, dann Engländer und Holländer.
Seit der Landung der Holländer im Jahre 1597, begangen diese Indonesien in ihre Macht zu bringen. Bali blieb von dieser Entwicklung erstmal ausgeschlossen, da es weder Gewürze noch Elfenbein zu holen gab und auch kein richtiger Hafen existierte.
Erst im Jahre 1846 überfielen die Holländer auch Bali und brachten den einzigen großen Hafen in Singaraja im Norden der Insel unter ihre Kontrolle. Damit begnügten sie sich eine Weile.
Die Ausbeutung begang am 20. September 1906 mit einem Bombenangriff auf Denpasar. Die Herrscher von Badung, Klungkung und Tabanan erkannten schnell, daß sie angesichts der Zahl der gegnerischen Soldaten und Waffen unterlegen waren. Kapitulation und Exil waren für sie keine Alternativen, so daß sie sich für den selbstmörderischen Kampf bis zum Tod, genannt Puputan, entschieden.
Die Rajas brannten selbst ihre Paläste nieder, um dann in ihrer schönsten Kleidung und dem prächtigsten Schmuck, ihr Königshaus und ihre Priester gegen die modernen Waffen der Niederländer anzuführen. So wurden an einem einzigen Tag vor den Palästen von Denpasar und Pemecutan 4000 Balinesen niedergemetzelt. Lediglich die Herrscher von Gianyar und Karangasem (Amlapura) kooperierten mit den Holländern, die politische Macht wurde ihnen aber entzogen.
Den Holländern war glücklicherweise nur an der Ausbeutung der Rohstoffe gelegen, so versuchte man nicht, wie z.B. die Spanier, die Bevölkerung zu christianisieren.
Kultur und Religion der Balinesen blieb so bis heute bestehen.
Die niederländische Kontrolle über Bali war aber nur von kurzer Dauer, da im Zweiten Weltkrieg ganz Indonesien in die Hände der Japaner fiel. Von 1941 bis 1945 ersetzten die Japaner die Holländer in der Rolle der Besetzer. Nach der Kapitulation der Japaner am 17. August 1945, erklärte Sukarno, der Anführer der indonesischen Unabhängigkeitsbewegung, die Unabhängigkeit seiner Nation.
Doch auch jetzt erschienen wieder die Holländer, um die Ausbeutung des Landes fortzusetzen. So kam es in der Schlacht von Marga am 20. November 1946 zu einer Art Wiederholung des Puputan fast ein halbes Jahrhundert später, in der eine Gruppe balinesischer Widerstandskämpfer ausgelöscht wurden. Bis 1949 dauerte dieser blutige Widerstandskampf, bis die Niederländer die Unabhängigkeit Indonesiens anerkannten.
Bei dem schrecklichen Ausbruch des Gunung Agung wurden im Jahre 1963 Tausende von Menschen getötet und riesige Teile der Insel verwüstet.
1965 wurde ein kommunistischer Putschversuch auf Java niedergeschlagen. Gemessen an der Einwohnerzahl, hatte Bali damals die größte Anhängerschaft in der Kommunistischen Partei (PKI). Während der folgenden Säuberungen brachten Balinesen ca. 100.000 Menschen um. Wie es zu diesem kollektiven Amoklauf kam, kann bis heute kein Balinese erklären. Wahrscheinlich war es der geradezu schon mystische Wunsch, das Land von allem Bösen zu befreien, aber wahrscheinlich waren ebenso einfache Rachemotive mit im Spiel. Die Morde waren wohl nicht brutaler als anderswo, aber sie standen in einem so krassen Gegensatz zu den freundlichen und friedliebenden Balinesen.
1966 übernahm General Suharto die Macht und wurde 1968 offiziell zum Staatspräsidenten gewählt. Da er sehr an der westlichen Wirtschaftskraft interessiert war, forcierte er geradezu die Tourismusplanung . Seit den 60er Jahren wird Bali mehr und mehr von Touristenheeren überschwemmt.
Die Wirtschaftskrise in Südostasien führte 1998 zu politischen und sozialen Konflikten. Nach schweren Unruhen musste Suharto zurücktreten. Neuer Staatschef wurde der bisherige Vizepräsident Habibie , der das Amt nach nur 17 Monaten an Abdurrahman Wahid von der neu gegründeten islamischen Partei des nationalen Erwachens (PKB) übergeben musste.
Zu Beginn des 21. Jahrhunderts verschärften sich sowohl die Bestrebungen zur Unabhängigkeit einzelner Inseln als auch die politisch-religiösen Auseinandersetzungen innerhalb des Vielvölkerstaates und gefährdeten die innere Ordnung des Landes. Die Regierungsführung des Präsidenten, dem Inkompetenz und Korruption vorgeworfen wurde, stieß auf den Widerstand des Parlaments. Am 23.07.2001 enthob die Beratende Volksversammlung Wahid des Amtes. Zu seiner Nachfolgerin wurde die bisherige Vizepräsidentin Megawati Sukarnoputri bestimmt.
Der Pauschal-Tourismus schafft es langsam, mit all seinen negativen Auswirkungen, die Eigenständigkeit der balinesischen Kultur, Religion und Weltanschauung zu verändern. Auch die westlichen Kinofilme und das Fernsehen beeinflussen in zunehmendem Maße die Weltanschauung der Balinesen. Die Globalisierung macht sich auch hier bereits bemerkbar.
Ob die Insel der Götter und Dämonen eine Trauminsel bleiben wird, hängt also auch nicht unwesentlich von den Touristen ab !
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