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Reiseziel Korsika

Kueste von KorsikaMotorradfahrer auf schmalen Passstrassen im Gebirge von KorsikaSchiff im Hafen von Calvi - Korsika


Europa - Korsika - Geschichte

Zur wenige Epochen in der wechselvollen Geschichte Korsikas brachten seinen Bewohnern friedliche Zeiten. Seit frühgeschichtlicher Zeit hatten diese gelernt, sich durch Rückzug in die Berge vor Übergriffen - sei es durch fremde Truppen, sei es durch Seeräuber oder durch den korsischen Adel, der das Volk am schlimmsten ausbeutete - zu schützen.

Schon vor 3500 Jahren sahen sich die Ureinwohner Korsikas genötigt, ihre Siedlungen zu befestigen. Als die Römer auf der Insel eintrafen, half ihnen der Rückzug aus den Küstenregionen wenig, die Römer stiessen bis in die Berge vor, schlugen jeden Widerstand nieder und rotteten die Hälfte der Korsen aus.

Die Völkerwanderung brachte Korsika die unruhigste Zeit seiner bewegten Geschichte. In diesen wirren Jahrhunderten, in denen vandalische, ostgotische, byzantinische und langobardische Herrscher einander abwechselten, mussten sich die Korsen erneut in das Inselinnere zurückziehen und ihre Gemeinwesen in der Abgeschiedenheit der Berge entwickeln.

Auch der Übergang zur päpstlichen Herrschaft brachte Korsika keinen Frieden - im Gegenteil, die Mauren setzten ihre Beutezüge fort und siedelten sich an einzelnen Punkten der Insel an.

Die seit dem Jahr 1133 bestehende Teilung Korsikas zwischen Genua und Pisa barg den Keim des Unfriedens in sich. Sie übertrug die Auseinandersetzungen zwischen den beiden italienischen Städten auf die Insel und spaltete die Korsen in Pisa- bzw. Genua-Anhänger.

Es folgten Auseinandersetzungen zwischen den Lagern der Pisaner, Genueser, Korsen und Papisten. Leidtragende waren wieder einmal die Korsen selbst. Hinzu kamen die Vermehrung der Machtpositionen der eigenen Adeligen, die versuchten immer grössere Anhängerscharen um sich zu sammelen. Wehe dem, der diesen Clans nicht gefügig war!

Zu dem Schrecken der Adelsfehden kam eine Pestepedemie, die grosse Teile der Bevölkerung dahinraffte.

Man weiß vergleichsweise wenig über die Kultur und Lebensweise der Ureinwohner des Eilandes. Die ältesten Bauten Korsikas stammen aus dem vierten Jahrtausend vor Christus.

Die Dolme und Menhire sind Zeugen eines Totenkultes, der Megalithkultur.

Um 1600 vor Christus schufen die Menschen Menhirstandbilder, gewaltige und primitive Menschenabbildungen aus Stein mit einer Höhe von bis zu 4 Metern.

Die einfachen Figuren haben menschliche Gesichtszüge und angedeutete Gewänder. Manche Statuen tragen Waffen.

Um 560 vor Christus gründen die Griechen an der Ostküste die Stadt Alalia, das spätere Aleria. Erst die Römer brachen die griechische Handelsvorherrschaft 259 vor Christus.

1133 teilt der Papst die Rechtshoheit über die sechs korsischen Bistümer in gleichem Verhältnis auf die beiden Stadtrepubliken Pisa und Genua auf.

Genua neidet jedoch Pisa den Einfluss über Korsika und erobert 1187 Bonifacio und 1278 Calvi.

1284 werden die Pisaner in der Entscheidungsschlacht bei Meleria geschlagen.

Bis 1729 bleiben die Genueser Alleinherrscher über Korsika.
1729 bricht der Aufstand gegen Genua aus.

1736 geben sich die Korsen eine Verfassung und rufen den deutschen Abenteurer Theodor von Neuhoff zum König von Korsika aus. Er muss jedoch noch im selben Jahr die Insel verlassen.

1755 wird Pascal Paoli zum General der korsischen Nation ausgerufen. >Er macht aus Korsika einen unabhängigen Staat mit Corte als Hauptstadt.

1769 verkauft Genua seine Rechte auf Korsika an Frankreich.

1769 wird das korsische Heer geschlagen – Korsika wird französische Provinz.

Am 15. August 1769 wird in Ajaccio Napoleon Bonaparte geboren.

Ein von der Pariser Nationalversammlung in Auftrag gegebener Kommissionsbericht zählte in Korsika zwischen 1973 und 1998 insgesamt 8.760 Anschläge. Das bedeutet, im Durchschnitt wird jeden Tag eine Gewalttat verübt. Ziele der Gewalt sind zumeist Einrichtungen und Repräsentanten der französischen Zentralregierung. Es wurden auch Ferienanlagen ausländischer Investoren zerstört.

Die jüngere Geschichte der politischen Zerwürfnisse beginnt Ende der 50er Jahre. Der französische Staat versuchte damals, durch zentrale Wirtschaftsplanung den ökonomischen Rückstand der Insel zu beseitigen und förderte die landwirtschaftliche und touristische Expansion der Insel.

Viele Korsen fühlten sich durch die Art der Investitionen benachteiligt. Das Geld verschwand zum Teil in dubiosen Kanälen. Mit der Repatriierung der Franzosen, die aus Algerien zurückkehrten, begann der Widerstand gegen die Pariser Regierung. Denn auch die Algerien-Rückkehrer, die nach Korsika gingen, bekamen großzügige finanzielle Unterstützung zum Aufbau landwirtschaftlicher Betriebe, während die korsischen Bauern lehr ausgingen.

Parallel dazu entwickelte sich, nicht nur in Korsika, ein Regionalbewusstsein, das die zentrale politische Steuerung durch Paris für unangemessen hielt. Als Urheber der meisten Anschläge haben sich die beiden rivalisierenden Separatistenorganisationen FLNC-Union des Combattants und die davon abgespaltene FLNC des Dissidents zu erkennen gegeben. Als der französische Präfekt Claude Erignac im Februar 1998 ermordet wurde, regte sich in der Bevölkerung Widerstand gegen die herrschende Gewalt.

Zehntausende gingen auf die Straße, um gegen den Terror der korsischen Separatisten zu demonstrieren. Bisher wurde durch die Terroranschläge kein Tourist verletzt. Allerdings halten sich vor allem Investoren vom Festland nach wie vor auf der Insel zurück, denn oft wurden Rohbauten von Hotels und Ferienanlagen in die Luft gesprengt. Vor diesem Hintergrund ist Korsika vergleichsweise wenig bebaut.


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