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Ecuador

Ecuador - Landarbeiterfamilie auf der Ladefläche eines Pickup Auto-Kennzeichen von Ecuador Ecuador - Frau aus dem Hochland


Ecuador - Flora

Ecuador kann mit nahezu 25.000 verschiedenen Pflanzen u. Bäumen aufwarten. Dabei sind fast 10.000 Arten u. Unterarten in Amazonien, weitere 10.000 in der Andenregion, und über 5.000 an der Küste beheimatet. Etwa 20 % der gesamten Flora ist endemisch. Um das facettenreiche Spektrum der ecuadorianischen Flora und Fauna besser verstehen zu können, gilt es zunächst den bereits erwähnten thermischen Stufen zu folgen. Nur so kann sich der Beobacher ein zusammenhängendes Bild von den komplizierten Wechselwirkungen zwischen Klima, Temperatur u. Feuchtigkeit, ihren dazugehörigen biologischen Lebensräumen, und ihrem mannigfaltigen Artenbestand zu verschaffen.

Urwälder

In den immergrünen tropischen Regenwäldern des Amazonastieflandes, sowie auch seinen hügeligen Randzonen, den immergrünen tropischen Bergurwäldern der östlichen Kordillerenausläufer sorgen heftige Niederschlagsperioden für eine relativ ausgeglichene Flora und Fauna.

Der flache Regenwald besteht zum grössten Teil aus nährstoffarmer, ausgeschwemmter fester Erde, ständig sumpfigen pantanos, oder zeitlich überfluteten Laub- u. Palmwäldern, welche von braunfarbenen Flüssen und stillen Lagunen durchzogen sind. Bei den Bergurwäldern am Fusse der Andenkordillere ist die Niederschlagshäufigkeit noch höher als im Tiefland.. Hier regnen sich die aufgestauten Amazonaswolken an den Hängen ab. Auch der Artenreichtum fällt in diesen hügeligen Berichen sogar noch höher aus.

Lediglich 1 % des Sonnenlichtes kann die dichten Baumkronen durchdringen, wo sich auch ein Grossteil der Dschungeltiere verborgen hält. Unterhalb dieses Blätterteppichs von bis zu 60m hohen Urwald-Kathedralen ringen Kräuter, Sträucher, Büsche und Baumfarne um das spärlich einfallende Licht. Der Kampf um Sonne, Wasser und Nährstoffe zwecks Photosynthese findet meist in der Höhe statt! Würgefeigen umschlingen die dicksten Stämme, bis diese ersticken, absterben, und somit Platz für neues Leben schaffen. Lianen hängen von den Wipfeln herab. Bromelien sitzen völlig losgelöst vom Boden auf den dicksten Ästen.

In ihren ananasgleichen Kelchstauden sammelt sich Regenwasser, das wiederum von Insekten und Fröschen als Miniatur-Tümpel zur Fortentwicklung genutzt wird. Wobei letztere gerne von ebenso gut getarnten Baumschlangen heimgesucht werden.

Noch vor 100 Jahren war auch die gesamte Küstenregion von dichten Urwäldern bedeckt, die mit dem Voranschreiten grossflächigen Plantagenanbaus (erst Kakao, dann Bananen) inzwischen fast völlig verschwunden sind. Lediglich in der nördlichen Provinz Esmeraldas gibt es noch zusammenhängende feucht-heisse Dschungelgebiete.

Auch den gezeitenabhängigen, an Salzwasser gebundenen Mangrovenwäldern im Uferbereich zwischen Meer und Hinterland, wurde in den letzten 25 Jahren der Garaus gemacht. Über 80 % der manglares sind inzwischen den camaroneras (Shrimp-Farmen) zum Opfer gefallen.

Der Süden der Küstenprovinz Manabí sind zu einem Grossteil noch mit savannenartigen Trockenurwäldern überzogen, die sich in der Regenperiode von Mai bis November in grüne undurchdringliche Dickichte verwandeln. Während der Trockenzeit werfen die Bäume u. Sträucher dann allmählich alle ihre Blätter ab, und geben den Anschein einer Dornbuschsteppe. Der einzige, weithin sichtbare Baum, der aus diesem niedrigen Busch- u. Kakteenwald herausragt, ist der bis zu 50m hohe, Flaschenhals-bauchige Ceibo (Kapokbaum).

Eine Sonderstellung nimmt der immergrüne subtropische Nebelwald ein, der sich sowohl auf der westlichen wie auch östlichen Andenkordillere in Höhenlagen zwischen 1.000 und 2.500m befindet. Wie der Name schon sagt, zeichnet sich der Nebelwald durch tiefliegende, ständig auf- u. absteigende Wolkenmassen sowie ein verstärktes Temperaturgefälle aus.

Lediglich ein paar Fleckchen intakter Hochlandurwälder sind heute noch in durchschnittlichen Höhenlagen zwischen 3.000 u. 4.000m anzutreffen. Der stolze Rest musste im Zuge jahrhundertelanger Abholzungssgeschichte den landwirtschaftlichen Nutzungsflächen weichen. Zu den wenigen verbliebenen Urwaldzonen gehört z. B. auch das nahe Quitos gelegene Pasochoa-Reservat.

Der Pflanzenwuchs im Hochgebirge gilt nicht zuletzt aufgrund der vorherrschend starken Temperaturschwankungen (bis zu 30 Grad) als einzigartig im tropischen Amerika. Die andine Flora hat sich in den letzten 60 Millionen Jahren entwickelt, und charakterisiert sich vor allem durch kleinere dickere Blätter, die den frostigen Nächten, scharfen Winden, und der intensiven Sonnenstrahlung problemlos widerstehen können. Typische Hochland-Bäume sind die schnellwachsenden, wohlriechenden Eukalyptus ,Zedern, Zypressen, und inzwischen selten gewordene, deformiert erscheinende, dunkelrot-stämmige Quinua-Bäumchen sowie die überall im Cotopaxi-Nationalpark aufgeforsteten Pinien.


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